Wie kam der Wels in den Fluss Po?

Vom Speisefisch zum Weltrekord Wels

  Der Europäische Wels (Silurus Glanis) ist der größte Süßwasserfisch Europas, dessen Ursprung in Zentralasien und Osteuropa liegt. Später hat er sich weiter verbreitet bzw. wurde er durch den Menschen in folgenden Ländern etabliert: Niederlande, Belgien, Dänemark, Deutschland und Frankreich. Weiters gibt es heute Vorkommen in der Themse in Großbritannien, im Ebro in Spanien sowie im Po in Italien. Wie genau der Wels in den Fluss Po gekommen ist weiß niemand, denn darüber gibt es keine eindeutigen Aufzeichnungen. Eine Möglichkeit ist, dass der Fisch durch die Flusssysteme auf natürliche Weise nach Italien gekommen ist. Eine andere Theorie besagt, dass der schnell wachsende Wels aufgrund der Nahrungsmittelknappheit während bzw. nach dem 2. Weltkrieg vom Menschen aktiv hier eingesetzt wurde. 

Als wärmeliebender Fisch fand der Wels im Fluss Po sehr günstige Umweltbedingungen vor und vermehrte sich schnell. Da er als Speisefisch bei den Italienern nicht sehr beliebt ist, landete er mit zunehmendem Wohlstand nur mehr selten auf dem Teller. Jahrzehntelang konnte der Anpassungskünstler Wels wachsen und gedeihen und bald tauchten die ersten kapitalen Exemplare im Po auf. Das gezielte, sportive Angeln auf Welse begann in Italien vor ungefähr 30 bis 40 Jahren. Der Wels ist neben dem vom aussterben bedrohten Stör der größte Süßwasserfisch Europas und stellt für Angler eine besondere Herausforderung dar. Im Jahr 2023 wurde der Wels Weltrekord im Fluss Po gefangen… Der Fisch hatte eine Länge von sage und schreibe 2,85 m und wog knapp 130 kg!

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Waller – Wels

Steckbrief Europäischer Wels

Der wissenschaftliche Name des Europäischen Welses lautet Silurus Glanis. Er gehört zur Ordnung der Welsartigen (Siluriformes), zur Familie der Echten Welse (Siluridae) und zählt zur Gattung Silurus. Andere Bezeichnungen lauten Wels, Waller und Schaidfisch. Seine durchschnittliche Größe beträgt Größe 1 m und die maximale 3 m. Welse haben ein Gewicht von 40 kg im Mittel und höchstens 130 kg. Sie können ungefähr bis zu 80 Jahre alt werden. Folgende Merkmale sind typisch: Langgestreckter, stromlinienförmiger Körperbau; starke Schleimschicht, flacher und breiter Kopf, oberständiges Maul, Hechelzähne, sechs Barteln. Welse sind Nest-/Krautlaicher (Mai bis Juli), geschlechtsreif sind sie mit zwei bis sechs Jahren. Sie sind dämmerungs- und nachtaktive Raubfische, wobei ihre Aktivität jahreszeitenabhängig ist. Welse halten sich meist am Gewässergrund auf und sind anspruchslos. Sie ernähren sich von Fischen (vorzugsweise die Fischart, die in dem jeweiligen Gewässer dominiert) und Wasservögeln.

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Albino oder Mandarin-Wels?

Die genaue Definition

Viele Angler denken, dass es sich bei Fischen wie diesen um einen Albino-Wels handelt, doch das ist nicht richtig… Unter „Albinismus“ versteht man eine Hauterkrankung, bei der der Körper keinerlei Farbpigmente bilden kann. Menschen und Tiere, die von dieser Krankheit betroffen sind, haben demnach eine komplett weiße Haut und rote Augen. Welse, die weiß-schwarz gefleckt sind und/oder gelbe und orange Hautstellen aufweisen werden gemeinhin als „Mandarin-Welse“ bezeichnet. Wie es zu diesen besonderen Musterungen kommt ist nach wie vor ein Mysterium… Spekulationen drehen sich um diverse Ursachen wie selektive Züchtungen, Spontanmutationen, Gendefekte oder Vitiligo (Weißfleckenkrankheit). Man weiß es nicht genau, aber Fakt ist, diese Tiere sind einfach schön anzusehen und der Traum eines jeden Anglers…

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